

Keine Überlebenschance. Das war die ärztliche Diagnose. Weil bei einem Autounfall ein rostiger Stahlpfosten meinen Schädel zerschmetterte und einen großen Teil meines Hirns zerstörte, wurde mir völlig unerwartet und plötzlich jede menschliche Chance zum Weiterleben genommen.
Als ich nicht starb, wurden meine Angehörigen vom verantwortlichen Arzt aufgeklärt: »Er wird lebenslänglich gelähmt bleiben.« Die Hirnzellen, die für die Motorik meines Körpers und meine Sprache zuständig sind, waren durch den Aufprall vernichtet worden. Doch alles kam besser als viele dachten. Nach meiner Todesdiagnose absolvierte ich in Bern mein Universitätsstudium mit Staatsexamen. Heute lebe ich gesund und glücklich. Ich kann ohne Nachteil reden und meinen Körper in jeder Hinsicht mühelos bewegen. Mein Hirn? Es leistet gute Arbeit.
Warum ich dies hier notiere? Weil ich bestätigen will, dass Jesus heute dieselben Möglichkeiten hat, Wunder zu tun, wie damals, als er sicht- und greifbar in unserer Welt war. Vor allem aber will ich meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen, dass ich vor meinem Unfall die Gelegenheit hatte, eine wesentliche Entscheidung zu treffen: Mein Leben vorbehaltlos Jesus Christus anzuvertrauen. Diesen Entschluss nicht zu treffen, ist ein Fehler, den es grundsätzlich und unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Der Grund liegt auf der Hand: Ohne eine klare und bewusste Entscheidung über unser finales Ziel leben wir viel zu riskant.
Vier wesentliche Aspekte dieser essenziellen Entscheidung:
1. An welchen Gott wende ich mich?
Religionswissenschaftler sind sich einig: Unter allen Religionen gibt es im christlichen Glauben eine weltweite Einzigartigkeit. Während Religionen grundsätzlich die Bemühungen der Menschen darstellen, zu Gott zu gelangen, präsentiert die Person Jesus Christus das Gegenteil: Die größte Bemühung Gottes, zum Menschen zu gelangen. Niemand hat größere Liebe als derjenige, der sein Leben hingibt für diejenigen, die er liebt. Jesus gab am Kreuz sein Leben hin für alle, die sich mit ihm verbünden wollen, aber ganz speziell für Sie. Und er ist auferstanden für Sie. Ja, er ist jetzt (wohl unsichtbar, aber völlig real) ganz für Sie da. Stören Sie sich nicht an seiner Unsichtbarkeit. Wesentliches ist oft unsichtbar. Jesus ist weder ein alter Zopf noch ein süßer Schmuck. Er ist so viel wie das «gewinnende Pferd», um es mit den Worten einer Turnier-Reiterin zu sagen, die vor kurzem den Sprung zu Jesus wagte.
2. Wie finde ich mein inneres Ja?
Für jede Beziehung ist ein Ja aller Betroffenen Voraussetzung. Jesus hat ein volles Ja zu Ihnen. Deshalb drängt sich die Frage auf, wie es mit Ihrem Ja steht. Sie mögen ihn noch wenig kennen. Bedenken Sie, dass es nicht so sehr entscheidend ist, wie gut Sie ihn kennen. Viel wichtiger ist, dass Sie das anwenden, was Sie von ihm bereits wissen. Bei allen Fragen zu Gott und der Person Jesus ist eines klar: Er wünscht sich, mit Ihnen durch dick und dünn zu gehen. Wenn Sie einen Menschen zur Seite haben, der durch alle Höhen und Tiefen Ihres Lebens voll und ganz zu Ihnen hält, können Sie sich glücklich nennen. Wie viel mehr aber gewinnen Sie, wenn Sie spüren, dass Gott selber bedingungslos zu Ihnen steht. Diese Absicht hat er mit seinem Leben bezahlt. Er will sich ganz auf Sie einlassen. Möchten Sie sich auch auf ihn einlassen? Versuchen Sie, in sich zu gehen und unter allen Gedanken den einen aufzuspüren, der das Ja Gottes zu Ihnen mit Ihrem eigenen Ja beantwortet. Geben Sie diesem Gedanken Raum. Für sich. Vor Gott.
Während ich seit Jahren nahezu täglich Menschen darin begleite, mit Jesus vertraut zu werden, verstärkt sich mein Eindruck, dass der Mensch erst dann zutiefst glücklich und sinnerfüllt zu leben beginnt, wenn er sich auf Jesus einlässt – und damit in Kopf und Herz ein Stück Himmel aufnimmt.
3. Kann ich meinem Ja Ausdruck verleihen?
Für alles, was uns wichtig ist, finden wir einen Ausdruck. Meine Frau hat nicht viel davon, wenn ich mich nur in meinen Gedanken für sie entscheide. Sie freut sich jedoch an jeder liebevollen Tat, die dieses Ja bekräftigt. Was in einer menschlichen Beziehung zählt, das gilt auch in der Gottesbeziehung. Unser Kontakt zu Jesus wird tragfähig, wenn wir ihm Ausdruck verleihen. Es ist deshalb ratsam, mit einem Menschen zusammen unser inneres Ja zu Jesus in die Tat umzusetzen. Suchen Sie jemanden auf, dem Sie vertrauen. Mit dieser Person zusammen können Sie ruhig etwa folgende Worte beten: »Jesus Christus, vergib mir alles, was mich dir gegenüber verschlossen hält. Ich öffne mich jetzt für dich und nehme dich in mich auf. Dankbar nehme ich von dir die Gewissheit an, dass du nun voll und ganz in mir bist und mich mehr und mehr mit deinem Heiligen Geist erfüllst.«
Nun haben Sie allen Grund, darauf zu bauen, dass Jesus Ihr Gebet ernst genommen hat. Ja, Sie sind nun eine von Gott beschenkte Person. Gott lebt in Ihnen.
Kein Geld kann mir die Tür zur himmlischen Welt öffnen, wenn meine letzte Stunde schlägt. Was mir aber mit Christus geschenkt worden ist, das begeistert mich, selbst im stressigen Alltag und mitten in schwierigen Auseinandersetzungen. Es hält und trägt mich zum Allerhöchsten, auch wenn mein physisches Herz einmal nicht mehr schlägt.
4. Wie erstelle und pflege ich sinnvolle Vernetzung?
Wer mag schon über längere Zeit alleine sein? Wir brauchen einander. Das Sinnvollste ist Vernetzung, damit die Kraft der Jesusbeziehung in möglichst alle Lebensbereiche hineinfließt. Sicherlich kennen Sie 25Menschen, die mit Jesus unterwegs sind. Nichts sollte Sie davon abhalten, sich regelmäßig mit engagierten Christinnen und Christen zu treffen. Gemeinsam lesen sie brisante Texte aus der Bibel und tauschen sich über die Bedeutung dieser Texte in Ihrem ureigenen Leben aus. Und sie beten füreinander.
Solche Treffen könnten sich als eine der spannendsten und einflussreichsten Faktoren Ihres Alltags entpuppen. Oft beginnen wir erst in der Vernetzung zu realisieren, wie reich wir durch eine Jesusbeziehung geworden sind. Reich an einem unverdienten, unvergänglichen, unbezahlbar wertvollen und vor allem göttlichen Schatz.
Die vier Aspekte haben mich zur sinnvollsten Entscheidung meines Lebens geführt: Die Entscheidung, mich ganz Jesus anzuvertrauen. Die mir geschenkte Gewissheit, dass er voll und ganz mit mir ist, trägt mich seither tagaus, tagein – auch damals, als am Straßenrand dieser rostige Stahlpfahl meinen Schädel zertrümmerte und lebenswichtige Teile meines Hirns ruinierte. Gottes Geist kann stärker sein als Stahl.
_______________
Erklärungen zu den Pfeilen auf den Bildern, Originalzitate des Polizei-Rapports:
Nummer 5: Auf dem Dach liegend kam der Personenwagen hier zum Stillstand.
Nummer 6: Total demolierter Wagenaufbau.
Nummer 7: Durch diese einbetonierte T-Schiene war das Fahrzeug aufgehalten und auch aufgeschlitzt worden (Ergänzung der Redaktion: Und Staubs Schädel ebenso).
Fotos & Bildkommentar bilden Teil des Polizeiberichts. Nach diesem Ereignis wurde Staub in die Krankenhausnotfallaufnahme eingeliefert. Weitere Angaben finden Sie in seinem autobiografischen Taschenbuch ‘Die atemberaubende Fahrt ins große Glück’.

CH-Wädenswil Medienschaffender; moderiert Ratgeber-Sendungen bei Radio und Fernsehen, interpretiert aktuelles Geschehen aus christlicher Sicht und hält Vorträge und Seminare zum Thema Lebenshilfe. Er ist evangelisch-reformierter Theologe, verheiratet mit Liliane Staub, Grundschullehrerin und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. www.FredyStaub.ch
|
|
639 K |