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Ausgabe 08/09 

Freude

Herr Guptara, angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Monate: Können Sie immer noch mit Freude arbeiten?

Ja, weil ich ‘nur’ meinen Teil verantwortlich und vollständig erledigen muss. Wenn ich bereit bin, Gottes Führung zu suchen, kann er mir zeigen, was ich tun soll und was nicht. Mehr als das: Er kann mich rüsten und sogar dabei führen, so dass ich meinen Teil ordentlich erledige. Ich muss nicht die Last der ganzen Welt schultern, sondern nur die Dinge, die er mir zumutet. Das befreit mich natürlich nicht davon, mein Bestes zu geben! Am Ende des Tages habe ich mit Freude alles getan, was mir an Aufgaben begegnet ist, und kann in Frieden schlafen. Es liegt nicht nur daran, dass das Ergebnis meiner Arbeit in Gottes Hand liegt, sondern dass mein Lohn in Gottes Ewigkeit und nicht auf dieser Erde wartet – für das, was ich getan und was ich unterlassen habe. Das ergibt eine wunderbare Freiheit, verbunden mit Verantwortungsgefühl – und das führt zu Freude, egal wie die Umstände sind. Nicht äußere Umstände bringen Freude, sondern das Vertrauen auf ihre Quelle – gute Beziehungen zu Gott, zur Familie, zu Freunden und zur Natur.



Was sind nach Ihrer Meinung die Hauptgründe für die momentan so bedenkliche weltweite Wirtschaftssituation?

Eine egoistische Nachkriegsgeneration, die Gott, Traditionen und Gesellschaftsordnung abgelehnt oder ignoriert hat, versuchte eine ‘neue Wirtschaft’ einzuführen, die auf individueller Geldgier, Angst und Machtmissbrauch gegründet war. Die Zunahme an individuellem Egoismus führte zur Zerstörung von Institutionen, die seit der Reformation und Wilberforce im 19. Jahrhundert Gier, Angst und Machtmissbrauch begrenzen wollten. Die De-Reformation der Welt begann damit, dass die Nachkriegsgeneration in den 80iger Jahren Verantwortungspositionen zu übernehmen begann. Heute setzt sie sich in den verschlechterten Bedingungen fort, nach denen der Internationale Währungsfonds Darlehen vergibt. Diese Institution, die für gesellschaftliche Reformen (z.B. Landreformen) in Ländern sorgte, denen es daran mangelte, ist jetzt zu einer Organisation geworden, die ungerechte Regimes dabei unterstützt, an der Macht zu bleiben und unmoralische Ziele in allen Bereichen zu verfolgen, in die der IWF nicht direkt eingebunden ist.





Sie sind ein anerkannter Experte für langfristige globale Trends. Wohin steuert unsere globalisierte Welt?

Entweder zu einem menschlich und umweltmäßig verantwortlichen, rechtlich, politisch, sozial und ökonomisch globalisierten Rahmenwerk – oder zu einem System, das von globalen Eliten zu eigenen Zwecken und zum Nachteil der restlichen Menschheit und Umwelt geführt wird. Wenn die Wahl so gestellt wird, würde jeder normale Mensch die erste Version bevorzugen. Aber die meisten Menschen sind nicht bereit, die Kosten dafür zu tragen. Deshalb grassiert das zweite Modell weiterhin. Die besten und vernünftigsten Optionen kommen nicht automatisch zustande, bloß weil sie ‘am besten’ und ‘vernünftigsten’ sind. Sie entstehen nur dann, wenn Menschen bereit sind, kurzfristig auf Vergnügen und eigene Interessen zu verzichten, um langfristigen Segen zu ermöglichen.




»Die Welt verbessern. – Warum das NICHT passiert … und was man dafür TUN kann« ist der Titel eines Ihrer Vorträge. Können Sie uns die Hauptpunkte nennen?

Was getan werden muss, ist weit bekannt – glauben Sie nicht der Lüge, das Problem liege an mangelndem Wissen! Aber wenn die Dinge, die getan werden müssen, bekannt sind, warum werden sie dann nicht getan? Weil es nicht genügend gut gesinnte Menschen gibt. Und die meisten dieser Menschen glauben, sie brauchen nicht mehr zu tun, als gut gesinnt zu sein. In Wirklichkeit reicht das nicht aus. Solche Menschen müssen forschen, um die Welt zu verstehen, und sowohl die strategischen Kämpfe erkennen, die heute stattfinden, als auch die, die unsere Zukunft beeinflussen. Dann müssen gut gesinnte Menschen ihre Kraft und ihre Berufung prüfen, so dass sie sich auf intelligente Weise in diese Kämpfe einmischen können. Es reicht nicht, zu Opfern bereit zu sein oder sie sogar zu bringen. Stattdessen muss die Bereitschaft da sein, Eigeninteressen im Verlauf dieses Engagements zu opfern. Martin Luther hat es kürzer und eleganter, ungefähr so formuliert: »Wenn du das Wort Gottes zu allen Themen außer den aktuellen Zeitthemen predigst, dann predigst du nicht das Wort.«




Mit der Weltwirtschaftskrise tritt der Ruf nach Integrität und Werten wieder auf. Wie würden Sie ehrliche Geschäftsleute darstellen, die ihre Firma nachhaltig führen?

Eine Firma integer und zukunftsfähig zu führen, ist kein neues Konzept. Geschäftsleute ringen seit dem 16. Jahrhundert um diese Dinge – z.B. die Puritaner und die Quäker. Es gibt wenig Neues dazu zu sagen. Mit dem Niedergang geschichtlichen Wissens müssen wir uns an die Vergangenheit erinnern, um daraus zu lernen. Wirklich neu ist der neue Zeitgeist. Statt sich ständig zu verbessern, was seit der Reformation bis in die 80iger Jahre andauerte, stellt eine gottlose, egoistische Elite diesen Trend in Frage. Die Gefahr liegt darin, dass die ‘Religion’ des freien Marktes der ‘Religion’ der Regulierung und der globalen Kontrolle durch diese Elite weichen muss.




Sie stammen aus Indien. Bedeutet Freude für einen Inder etwas anderes als für einen Europäer?

Früher dachten viele Europäer, dass Freude mit äußeren Umständen oder zeitlichen Zufällen zusammenhänge, während Inder Freude als etwas Tieferes, durch Beziehungen Geprägtes gesehen haben. Aber in einer globalisierten Welt wird Indien europäisiert und oberflächlicher, während viele Europäer die biblische und beziehungsorientierte Perspektive wieder entdecken!




Warum sollte ein Hindu Jesus Christus folgen?

Weil die Vedas das Kommen des Herrn Jesus voraussagen – sogar in mancher Hinsicht deutlicher als die Bibel. Und wenn Sie alle Philosophien, Lehren und Lebensweisen studieren, die von vielen weisen und großen Individuen stammen, die die verschiedensten gesellschaftlichen, politischen und religiösen Systeme gegründet haben, finden sie keine, die die wichtigsten Fragen des Lebens befriedigender beantwortet als Jesus Christus. Wichtiger noch: Kein anderer ist heute lebendig und ermöglicht – jedem, der sich führen lassen will – eine Beziehung zu ihm, die tagtäglich trägt.



Worauf setzt Prabhu Guptara seine Hoffnung und warum?

Auf das Ende menschlicher Korruption und Selbstsucht, und die Erneuerung der Natur, während Jesus an der Wiederherstellung seines Reiches auf der Erde baut – die dann erfüllt sein wird mit Licht und Liebe, Hoffnung und Freude.




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Interview: Ursula Costa

Der Autor

Prof. Prabhu Guptara

Prof. Prabhu Guptara

CH-

... ist tätig für die englischsprachigen Think Tanks und Prominente Redner- Serie für eine der größten Banken der Welt. Er ist weltweit bekannter Referent, Distinguished Professor of Global Business, Management and Public Policy, William Carey University (Indien), Visiting Professor an verschiedenen Universitäten und Business Schools, Autor mehrerer Bücher und von Hunderten von Artikeln sowie Interviewpartner von Radio- und Fernsehanstalten in der ganzen Welt. Prabhu Guptara wurde in Indien geboren, ist britischer Staatsbürger, lebt und arbeitet seit vierzehn Jahren in der Schweiz, ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern.

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