

Wie ein Flugzeug, so kommt mir unsere Firma vor. Es fliegt auf Kurs 1427 und die Crew kämpft sich ohne Sicht durch eine dicke Nebeldecke. Bordinstrumente weisen auf große Turbulenzen hin, die Passagiere sind angeschnallt.
Was sind die Parallelen zur aktuellen Wirtschaftskrise?
Unser Flugzeug ist stabil gebaut, wir haben den besten Bordcomputer, die Instrumente sind auf dem neusten Stand der Technik und wir alle sind unseren Aufgaben entsprechend geschult. Die saubere Flugplanung sowie die Funkverbindung mit dem Tower garantieren höchste Sicherheit. Gerade lehnen wir uns bequem im Sitz zurück und stoßen auf unsere wirtschaftlichen Erfolge an. Dann – ein schreckliches Luftloch – gewaltige Turbulenzen – alles gerät durcheinander, das Flugzeug findet erst auf einer viel tiefer liegenden Flughöhe wieder Stabilität. Klar haben wir gewusst, dass es Turbulenzen gibt, auch Luftlöcher, doch wenn unkontrollierbare Ereignisse dann wirklich eintreffen, kriecht ein Gefühl der Angst hoch: Wer hat was wirklich im Griff?
Die Finanzwelt stürzte brutal in ein solches Luftloch, ebenfalls gewisse Industriebranchen. Keiner übernahm Verantwortung. Arbeitsplätze gingen verloren. Die Gefühle fahren Achterbahn. Was ist letztlich sicher – der Absturz, der Tod? Mit Sicherheit handelt es sich um eine Krise mit vielen Opfern. Sind nicht wir alle ein wenig Täter? Haben nicht auch wir lange in der Wohlstandsillusion geschwelgt und unser Leben nicht auf Nachhaltigkeit angelegt?
Das chinesische Schriftzeichen für KRISE setzt sich aus den beiden Zeichen ‘Gefahr’ und ‘Chance’ zusammen. Die Krise als Chance? Lernen aus den Fehlern von gestern?
Tatsache ist: jedes Flugzeug kommt einmal herunter. Die Frage ist nur: wie und wo? Auch unser Leben wird einmal enden; doch wie und wo? Als Flugkapitän habe ich ein klares Ziel vor Augen, weiß auch, wo ich abgeflogen bin. Ich will von A nach B, aber wenn ich diese beiden Orte nicht kenne beziehungsweise nicht bestimmt habe, kann ich nicht einmal feststellen, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Und wie ist es als Mensch in Verantwortung; als Manager, Ehemann, Vater, Ehefrau, Mutter? Kenne ich das A und das B? Oder fliege ich einfach, bis das Benzin ausgeht?Alfred Herrhausen, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank, formulierte es treffend: »Die meisten Probleme beginnen damit, dass wir die Dinge nicht zu Ende denken.« So wird Nachhaltigkeit zu einer Worthülse.
Unser Flug 1427 wird einmal enden. Im Moment fliegen wir noch durch dicke Wolken und unangenehme Turbulenzen bei schlechten Sichtverhältnissen.
Auch im Management herrscht diffuse Sicht. Im Produktionssektor treffen Bestellungen immer kurzfristiger ein. Minimale Lager müssen die Kapitalbindung reduzieren. Mittelfristige Planung wird schwierig.
Die Krise als Chance?
Ehrlichkeit ist angesagt; denken wir unser Leben doch einmal zu Ende! Tatsache ist: ich werde sterben. Als Christ habe ich da wunderbare Aussichten: Denn Jesus verspricht demjenigen, der an ihn glaubt, ewiges Leben.1 Ewigkeit – ein unfassbares Wort, ein unfassbarer Inhalt, eine unglaublich geniale Chance!
Jesus Christus lebte als Gottessohn und Menschensohn auf dieser Erde. Unsere mühsamsten Lebenssituationen sind ihm bekannt. Auch Krisen; denn als Unschuldiger erlitt er den Tod am Kreuz – und die Erde bebte. Diese gewaltige Krise von damals ist heute noch unsere große Chance: Wir Menschen können Zugang zu Gott finden – über seinen Sohn. Daraus folgt die Ewigkeitsperspektive, die unser Leben nachhaltig verändert.
Lasten und Verantwortung überprüfen
Haben Sie auch schon überlegt, dass Sie Verantwortung für Dinge über7nehmen, die Sie eigentlich gar nicht verantworten können? Das beginnt vielleicht mit dem Eheversprechen, geht weiter in der Kindererziehung, im Führen von Mitarbeitern, im Verwalten von eigenen und fremden Finanzen… Vieles steht gar nicht in unserer Macht und doch stehen wir in der Verantwortung. Das belastet und wir sind mit viel Gepäck relativ schwerfällig unterwegs. Wäre es nicht schön, einige Ballaststücke zu entfernen? Im Gespräch mit Gott überprüfe ich regelmäßig meine aufgepackten Lasten. Immer wieder finde ich Dinge zum Bereinigen. Manchmal beanspruche ich auch die kompetente Hilfe eines persönlichen Mentors, denn Fremdbild und Selbstbild decken sich nicht immer. Weisheit ist gefragt im Umgang mit vielen schwierigen Menschen, oder ein Brillen- beziehungsweise ein Sichtwechsel ist angesagt: Bin ich etwa auch schwierig? Je mehr ich Jesus Christus in mein Leben einbeziehe, desto stärker wird er die geistliche Kraftquelle. An diesem Ruheort wird das Not wendende Loslassen einfacher, denn ich lasse Menschen und Verantwortung nicht in ein Luftloch fallen, sondern ich lasse sie los in Gottes Hand.
Mein Flug 1427 rüttelt und schüttelt mich immer noch durch die Turbulenzen dieser Welt. Übrigens, die Flugnummer steht symbolisch für ein Bibelwort: »Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer überHerz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.«2 Mein Herz erschrecke nicht – selbst wenn ein Luftloch kommt. Wenn das gelingt, dass der innere Friede größer ist als die äußeren Turbulenzen, dann spüre ich die Kraft Gottes, die jede menschliche Vernunft übersteigt. Der Duft der Chance in der Krise ist plötzlich wahrzunehmen.
Kürzlich hörte ich ein Referat von Ex-Skirennfahrer Silvano Beltrametti. Seit seinem furchtbaren Sturz ist er gelähmt und meistert sein Leben im Rollstuhl. Vorbildlich erklärte er: »Ich unterscheide zwischen innerer und äußerer Freiheit. Ich bin zufrieden mit meinem Leben.« Wie viele Probleme werden dann relativiert! Große Dankbarkeit kehrt ein. Die äußere Freiheit mag eingeschränkt sein, doch wie groß sieht die innere Freiheit aus!
Oase und Kraftquelle
Wir tun viel mit und für unseren Körper. Auch die Seele wird ständig aktiv engagiert und passiv gefüttert – und unser Geist? Ich erfahre selbst, dort wo Gottes Geist mich befreit, dort kehrt Frieden ein – innere Freiheit, die zur wahren Wellness-Oase und Kraftquelle wird. Wenn Sie die Frage nach der eigenen Freiheit bewegt, dann rate ich Ihnen, mit einer Bestandesaufnahme zu beginnen, am besten schriftlich. Es geht um die Fragen: 1) Wie sieht meine innere und äußere Freiheit aus? 2) Welche Lebensziele sind wirklich für mich sinnvoll? 3) Welche äußeren und welche inneren Faktoren hindern mich jetzt daran, diese Ziele zu verwirklichen? 4) Welches ist jetzt für mich der erste Schritt zur Lösung?
Unsere Gedanken bestimmen unser Leben: Sie bestimmen, ob die Krise zur Chance werden kann. Ich kann Menschen nur so weit führen, wie ich selbst gehe, das weiß ich. Deshalb entscheide ich mich neu dafür, meine Gedanken in Jesus zur Ruhe zu bringen. Gottes Versprechen kann ich unter der Rubrik ‘Wiederherstellung’ bündeln – und was brauchen wir mehr als das? Er wird göttliches Recht sprechen und sein Reich errichten mit all jenen, die ihn lieben.
Bis dies geschieht, werden noch einige Turbulenzen unseren Flug wie auch unser Leben erschüttern. Wie wäre es, das geistliche Bedienungshandbuch aus dem Bücherregal zu holen und aktuelles Wissen aufzubauen, bevor man sich auf eine persönliche Landetheorie fixiert? Es lohnt sich, von der Gewissheit auszugehen, dass Gott nur gute Gedanken über uns hat; dass er uns Hoffnung gibt und eine Zukunft bereit hält. Und dass er sich finden lassen will, von all jenen, die ihn von Herzen suchen.3
Eine echte Chance!
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1 Johannes, Kapitel 3, Satz 16
2 Johannes, Kapitel 14, Satz 27
3 Jeremia, Kapitel 29, Sätze 11 und 13